Am Freitag, dem 25.März 1977 fuhr der erste Vulkan-Expreß, bestehend aus
der Diesellokomotive D4 und dem Salonwagen VB50, von Brohl nach Engeln und zurück.
Das war die erste öffentliche Personenbeförderung seit der Einstellung des
Personenverkehrs im Jahre 1961. Der Vulkan-Expreß wird seitdem von Vereinen,
Gruppen und Schulklassen zu einer vergnüglichen Fahrt durch das romantische Brohltal
bis hinauf nach Engeln genutzt. Jeden Freitag pünktlich um 14.10 Uhr startete der
Kurzzug in Brohl BE und bekam in den Sommermonaten den Aussichtswagen 458 angehängt.
Trotz dieser Attraktion führte der Vulkan-Expreß in den achtziger Jahren ein
Schattendasein. Die BEG verkaufte die Stammlokomotive D4 noch kurz vor der Zehnjahresfeier,
so daß die Diesellok D2, eine der drei kleineren Diesellokomotiven, dem Traditionszug am
25.März 1987 vorgespannt wurde. Überhaupt sollte das Jahr 1987 von schicksalhafter
Bedeutung für den Fortbestand der Brohltalbahn werden.
Ur-Vulkan-Expreß in Brohl
* Lok D4 mit VB 50 und 458
Das der Vulkan-Expreß am 25.März 2007 das 30jährige Bestehen feiern
konnte, ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Eisenbahner der IBS
zu verdanken.
1987 sollte die Brohltalbahn wieder einmal stillgelegt werden. Eisenbahnfreunde gründeten
spontan die IBS als gemeinnützigen Verein und boten umfassende Hilfe zum Fahrbetrieb an.
Durch den Zukauf von gebrauchten Fahrzeugen von verschiedenen Bahnen konnte die Beförderungskapazität deutlich
gesteigert und der Güterverkehr (Phonolith-Transport von Brenk zum Brohler Rheinhafen)
weiterhin aufrecht erhalten werden. Die Übernahme des gesamten Betriebes einschliesslich
der Unterhaltung der Strecke durch die IBS Anfang 1992 sicherte den Fortbestand der
Brohltalbahn. Am 30.März 1992 gründete die IBS ihre eigene Betriebs-GmbH. In den
vergangenen Jahren wurde in vielen tausend Arbeitsstunden das rollende Material aufgearbeitet
und einsatzfähig unterhalten. Die historische Fahrzeugsammlung der IBS beinhaltet auch
Eisenbahnfahrzeuge, die aus anderen Teilen Deutschlands und Europas stammen und vor der
Verschrottung bewahrt werden konnten.
Ein Vulkan-Expreß
in der Steilstrecke unterhalb der Burg Olbrück im Jahre 1993
Im Jahr 2001 feierte die Brohltalbahn ihr 100jähriges Jubiläum. Darüber freuten
sich ganz besonders die Aktiven der IBS, die seit 1987 den Bekanntheitsgrad europaweit drastisch
gesteigert haben. Jährlich werden bis zu 80.000 Fahrgäste befördert.
Die Brohltalbahn ist längst zu einer mit dem Brohltal fest verbundenen Fremdenverkehrsattraktion
geworden. Es besteht die Möglichkeit, bei Tempo 20 diesen wunderschönen Teil
der östlichen Vulkaneifel ausführlich kennen zu lernen. Hier kann nicht nur
Technikgeschichte lebendig erlebt werden! Bei einer Fahrt mit dem Vulkan-Expreß öffnet
sich für den Besucher eines der reizvollsten und ursprünglichsten Seitentäler des Rheins.